Live beim Sortieren und Verpacken in Oaxaca

Thomas überwacht gerade das Schälen, Sortieren und Abpacken unserer Kaffees und sendet uns LIVE Berichte und Photos. Sehr akribisch wird jeder Schritt überwacht, Fehlbohnen, sogenannte „Defects“ ausgezählt und am Ende wird der Inhalt der Säcke noch nach dem Proberösten verkostet.

Trilladora UNTAO bei unserem Besuch vor 2 Wochen.

Letzte Woche haben Thomas und Romulo die Kaffees aus Santo Domingo Cacalotepec den Kaffee zur UNTAO, nahe Oaxaca gebracht. Heute wird der Kaffee in der Trilladora von UNTAO geschält. Die harte Pergamenthaut, die den Kaffee noch bis hier umhült hat muss zuerst runter. Anschliessend werden über Rütteltische, sogenannten Densimetric Tables, die Kaffeekerne nach Dichte sortiert. So fallen leichtere „Bohnen“, Steine,  Bruchstücke etc. aus der guten Qualität heraus. Die guten ins Töpfchen, die schlechten…; aber eben maschinell getrennt.

Am Densimetric Table

Hinterher werden die Ergebnisse noch von Hand kontrolliert. Mit UV licht kann Thomas noch weitere Defekte bestimmen. Einen so „abgesicherten“ Kaffee haben wir noch nie importiert.

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Am Ende wir abgesackt. Unsere Qualitäten wollen wir extrem gut schützen. Daher kommt der Kaffee erstmal in einen GrainPro® Kunstsoffsack, speziell für die Lagerung von Kaffee entwickelt (Kosten pro Kunststoffsack 90Pesos; 4,50€). Trotz Mehrkosten und Kunststoff verzichten wir nicht darauf, denn er bedeutet den optimalen Schutz. Der GrainPro®steckt in einem neuen Jutesack (65Pesos/Sack; 3,25€).

Die Säcke sind (auf die Schnelle) von Untao mit unserem Logo und der Herkunftsangabe unseres Partnerdorfes Sto Domingo Cacalotepac, Oaxaca bedruckt. Die ICO Nummer ist Pflicht und zeigt Herkunftsland und Abfüller/Versender.

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Seit gestern Abend sind Thomas, Romulo und die Menschen bei Untao unermütlich dabei hier zu ackern. Die ganze Nacht durch, da wird schichtweise geschlafen.

Romulo hat Pause

Man kann sich gar nicht vorstellen, wie uns das Herz weh tut, so weit weg  von unseren Freunden zu sein, die hier so hart arbeiten. Danke Euch für Eure Hilfe und Hingabe. Wir wären gerne dabei und würden das mit Euch durchmachen.

Bestimmt nächstes Jahr!!!

Nachlese Mexico – Unsere Pergamino-Kaffees in Cacalotepec werden zusammengetragen

Thomas ist nach unserer Abreise wieder in unser Partnerdorf Santo Domingo Cacalotepec gefahren, um mit allen Produzenen deren Pergaminos zusammenzutragen. Er schreib uns einen detailierten Live-Bericht und sendet uns Bilder vom Cuppen  :

„Hallo Ihr beiden,

Es ist Mittwochmorgen und angesichts aller Eindrücke seit meiner Ankunft gestern Nachmittag wünschte ich Ihr könntet mit hier sein um die ganze Aktion mitzuerleben. Unten am beneficio húmedo wartete Rómulo schon auf meine Ankunft während er mit Elia und einer weiteren Frau akribisch Euern Parchment aussortiertet. Er zeigte er mir das in der Tat überraschend saubere Ergebnis und bestätigte mir, wie bereits zuvor am Telefon mitgeteilt, dass alle Produzenten seit einigen Tagen ihre Kaffees aussortierten. Auch der Kaffee auf den Bastmatten ist auf einmal ganz sauber.

Romulo Chavez auf dem Rundgang

Nachdem wir einige noch offene Dinge besprochen hatten, zeigte mir Romulo das nah gelegene Feld von Artemio. Auf dem Weg zum Feld kamen wir tatsächlich an mehreren Häusern vorbei, wo die Produzenten auf ebenso sorgfältige Weise Ihre Kaffees aussortierten.

Das Feld von Artemio, welches auf ca. 1550 Metern liegt, zeichnet sich durch relativ Junge (ca. 5 Jahre) alte, gut genährte und kaum von Roya betroffene Pflanzen, überwiegend Mundo Novo und Typica, aus. Diese tragen nach wie vor eine erstaunliche Anzahl reifer Kirchen. Ähnlich gut sieht das danebenliegende Feld von Romulos Cousine aus. Der kleine Spaziergang gibt uns die Möglichkeit das geplante Prozedere der nächsten Tage zu besprechen.

Als wir wieder am Haus ankommen, zeigt Romulo mir die Liste der 50 Produzenten, die Kaffees einreichen werden. Bei der Versammlung am Samstag haben alle Produzenten Romulo mitgeteilt wieviel Kaffee sie insgesamt haben bzw. diese Ernte erwarten und wieviel sie insgesamt erwarten bis Mittwoch/Donnerstag aussortiert zu haben und einreichen zu wollen; alles auf der Liste vermerkt. Wir besprechen, dass es sinnvoll ist die Kaffees in 4 Etappen anzunehmen, Mittwoch und Donnerstag jeweils morgens und nachmittags, sodass keine allzu lange Warteschlange entsteht. Anschließend gibt Romulo dem Dorf über eine Lautsprecheransage bekannt, welche Produzenten in welcher Reihenfolge am folgenden Tag ihre Kaffees einreichen können. Weiterhin beschließen wir, dass alle Säcke zwar ihre den verschiedenen Lots entsprechenden Codes bekommen, jedoch auch bis zu UNTAO die Namen ihrer Produzenten beibehalten. So ließen sich evtl. Defekte eingrenzen und bis zum Produzenten zurückverfolgen. Geblendet/gemischt wird am Ende ohnehin bei UNTAO nach unseren Vorgaben.

 

Als wir am nächsten Morgen beim Basketballplatz ankommen hat sich bereits eine kleine Schlange von 4 oder 5 Produzenten mit jeweils 5-20 kleinen Säcken Pergamino gebildet. Sack für Sack überprüfe ich Feuchtigkeit, Water Activity und – last but not least – Geruch sowie optische Qualität der Kaffees. Jeder Sack bekommt einen Code und wird von Romulo und seinen 4 Helfern in Jutesäcke umgefüllt (Romulo hat in etwa 250 einigermaßen gute, einige Produzenten haben auch eigene und bringen ihre Kaffees darin). Da die Kosten des Transports im LKW zu UNTAO pro Sack berechnet werden (40 MXN/Sack), besteht das Ziel darin die Säcke möglichst voll zu kriegen. Schnell stellen wir fest, dass einige der angelieferten Kaffees noch nicht ganz trocken sind, sondern nach wie vor zwischen 12 und 14 Prozent Feuchtigkeit liegen. Den entsprechenden Produzenten geben wir Feedback hinsichtlich fehlender Trockenzeit. Dadurch wird der „Haupt Basketballplatz“ schnell zum Patio, wo die Produzenten ihre noch zu feuchten Kaffees trocknen.

Nachtrocknen des Pergaminos

Ebenso schnell bemerke ich erfreut wie erstaunlich sauber die angelieferten Lots sind. Viele der Produzenten und ihre Kinder schauen interessiert in Euer mitgebrachtes Buch sowie die Broschüre während sie ihre Kaffees trocknen oder Schlange stehen. Während die letzten Produzenten noch bis 10 Uhr abends Kaffees anliefern, haben Romulo und seine Helfer noch bis 1 Uhr morgens mit dem „Einsacken“ zu tun. Nach etwa 250 analysierten kleinen Säcken können wir am Ende des ersten Tages 90 Quintales angenommenen Pergaminos verzeichnen – etwas weniger als erhofft, allerdings sicherlich zufriedenstellend. Um diese zu bewachen schläft Romulo die Nacht daneben.

Es wird spät in Cacalotepec

Der nächste Tag überrascht uns regnerisch und erfordert so einige Planänderungen (*Elia erzählt mir, dass sie nachts um 3 Uhr vom Regen geweckt wurde und -obwohl ihr Mann doch da war – zum Basketballplatz ging um sicherzustellen, dass der Kaffee auch bloß nicht nass würde. War aber alles trocken). Nicht nur ist es den Produzenten mit noch leicht feuchten Lots unmöglich diese zu Ende zu trocken, sondern auch die Bewältigung des Weges zum Basketballplatz mit dem Kaffee, ohne dass dieser nass würde ist ohne Pickup nicht möglich. So entscheiden Romulo und ich die Produzenten nacheinander zuhause abzuklappern. Ab diesem Punkt werden also nur noch Kaffees eingereicht, die bereits von uns als OK befunden wurden. Am Basketballplatz warten Romulos Helfer für die Annahme und kümmern sich ums Wiegen sowie Umfüllen in Jutesäcke. Beim Besuchen der einzelnen Produzenten bin ich immer wieder überrascht; nicht nur von der Harmonie und Freundlichkeit der Gemeinschaft, sondern vor allem auch von der Sorgfalt beim Aussortierten der Pergaminos. Am Donnerstagabend können wir – gebremst durch den Regen – immerhin stolze 147 Säcke verzeichnen.

Während der Freitagmorgen ähnlich verläuft, klart es am Nachmittag zumindest ein wenig auf. Sofort beginnen Produzenten im ganzen Dorf die an zwei Händen abzählbaren Sonnenstrahlen zu nutzen und ihre Kaffees auf den Dächern zu trocknen, bemerkenswert. Am Freitagabend zählen wir 190 Quintales, es fehlen noch die von Romulo sowie ein paar Produzenten, welche wir noch nicht geschafft haben zu besuchen.

Elia und Romulo vekosten einige Kaffeemuster mit Thomas

Der Samstagmorgen gestaltet sich etwas sonniger. Nachdem wir alle 50 Produzenten auf der Liste abgehakt haben, kommen wir inklusive der 40 trockenen Säcke von Romulo auf eine Anzahl von 261,5 Säcke.

Abtransport auf den LKW

Da der LKW nur 250 Säcke mitnehmen kann, entscheiden wir, dass die 9 als zu trocken (ca. 9,5%) vermerkten sowie zwei leicht rauchig riechende (evtl. Lagerung neben Küche) bis zur nächsten Lieferung in Santo Domingo verbleiben. 250 passen in den LKW und den übrigen halben nehmen wir im Käfer mit, perfekt! Morgen Nachmittag wird der LKW beladen. Am Montagmorgen geht es früh zu UNTAO.

Auf diesen Plan und die bewältigte Arbeit trinken wir neben dem beachtlichen Berg von Kaffeesäcken mehr als zufrieden ein paar Gläser hervorragenden Mezcal und beschließen, dass Ihr nächstes Jahr dabei sein müsst!

Herzliche Grüße, Thomas“

Kaffeereise Mexico Tag 11 – letzter Tag

Schon rum. Mann, wie voll waren diese erfolgreichen und erfüllenden Tage. Wir wollen den Abschied würdevoll begehen und fahren um 7:30 rauf auf den Monte Alban, 20min von Oaxaca Stadt.

Morgen über Oaxaca Stadt

Der ehemalige Herrschaftssitz der Zapoteken war die Zentrale des Oaxaca Tales bis 950 n.Chr. Hier finden sich auf einem künstlich abgeflachten Hügel imposante Tempelanlagen, Paläste, Pyramiden und ein Observatorium plus Ballspielplatz. Erstmalig 500v.Chr. besiedelt, wohnten in seiner Blütezeit auf dem gesamten Hügel ca. 25000 Einwohner.

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Das bemerkenswerte und gute ist, dass wir die ersten sind und vollkommen allein und in aller Ruhe diesen ehrwürdigen Ort betreten und genießen dürfen. Ein tiefes Erlebnis.

Markthalle mit viel Fleisch


Erst nach dem Besuch checken wir im Hotel aus und machen noch eine Einkaufs- und Frühstückstour durch die Markthallen. Chilis, Schokolade für Kakao und Hibiskus stehen für unsere lieben auf dem Mitbringselplan. Von den Einwohnern geliebten gegrillten Heuschrecken muss ich noch probieren, überzeugen aber nicht richtig.


Dann heißt es Abschied nehmen von Mexico und Thomas, der noch ein paar Wochen hier bleiben wird, bis ihn andere Pläne in andere Regionen Mexicos bringen werden. Danke auch dem tollen Kaffee-Käfer, der so viel mitmachen musste und uns immer sicher und ohne Probleme an alle Ziele gebracht hat.

Zuvor wird sich Thomas aber noch um unsere Kaffees in Santo Domingo Cacalotepec kümmern. Gleich nach unserem Abflug wird er mit dem Käfer wieder zu Romulo und seiner Produzentengruppe fahren. Dort will er in den nächsten Tagen alle Lots der einzelnen Kleinbauern prüfen und mischen. Er wird auch die Zeit verwenden um viele Bauern persönlich kennen zu lernen und uns, und unsere Talhão® Philosophie vorstellen. Wir beneiden ihn sehr um diesen zweiten Trip in die Berge, wären wir doch gerne dabei und könnten das auch noch alles erleben. Er wird die Zeit auch nutzen den Bauern weitere Hilfe und seine Erfahrungen im Anbau und der Verarbeitung des Rohkaffees zukommen lassen. So können wir noch etwas mehr geben, als nur sehr faire Preise und die Sicherheit einer hoffentlich langjährigen Partnerschaft.


Thomas schreibt uns über Facebook Messenger nach ein paar Tagen:
„ Ich bin noch in Sto Domingo Cacalotepec, wo wir in den letzten Tagen – regenbedingt etwas zeitverzögert – Sack für Sack bisher ca. 200 Sack Pergamino zusammengekriegt haben. Der Eifer beim aussortierten und trocknen sowie die Motivation der Produzenten ist mehr als bemerkenswert, unglaublich!! Ich bin zuversichtlich, dass wir morgen und übermorgen noch die restlichen Sack zusammenkriegen. Am Sonntag wird der LKW geladen und am Montagmorgen gehts los nach Oaxaca. Beste Grüße auch von Romulo und Elia“

Anschließend wird Thomas bei der UNTAO auch das Schälen und Sortieren überwachen, damit unser Kaffee auch in Topqualität auf die Reise gehen kann.
Danke lieber Thomas für all Deinen Einsatz, Deine Art, Deine Freundschaft und Deine Liebe zum Kaffee.


Wir haben unglaublich viel erreicht in den letzten 11 Tagen und verlassen zwar wehmütig aber erfüllt dieses tolle Land und den Bundesstaat Oaxaca, der uns so viele neue Eindrücke und Erfahrungen gebracht hat. In dem wir eine hochmotivierte Produzentengemeinschaft mit extrem freundlichen Menschen und überdurchschnittlich guten Kaffees gefunden haben.
Wir haben einen neuen Talhão® Partner in Santo Domingo Cacalotepec in Oaxaca, Mexico gewonnen und freuen uns schon auf das kommende Jahr. Und natürlich die besonderen Kaffees in unserer Dauner Kaffeerösterei. 20kg haben wir ja schon mal dabei. Die gibt es dann ab dem 10. April im Verkauf.


Saludos cordiales a Cacalotepec.
Hasta proximo año!

Santo Donimgo Cacalotepec in den Bergen der Sierra Norte. Unsere neue Produzentengruppe und Talhão® Partner

Kaffeereise Mexico Tag 10 – Zurück nach Oaxaca Stadt

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Früh im Morgengrauen geht es von Finca Chelin Richtung Norden. Frühstück finden wir in einem kleinen Bergnest namens San Jose del Pacifico (sehr weit vom Meer entfernt), wo wir ein traditionelles Frühstück an der Straße genießen. Nebenan hängt der Metzger gerade das Rindfleisch zu Trocknen an die Durchgangsstraße.

Die letzten 90km nach Oaxaca sind dann Schnellstraße. So flink sind wir die ganzen Tage nicht vorangekommen. Der Berufsverkehr der Hauptstadt bremst uns ein wenig, denn wir müssen in die nördlich gelegene Stadt Etla, wo wir der UNTAO einen Besuch abstatten.

Untao Logo

Die UNTAO, Unión Nacional de Trabajadores Agrícolas Oaxaqueños (Nationale Vereinigung landwirtschaftlicher Arbeiter Oaxacas) ist ein unabhängiges Dienstleistungsunternehmen, welches die Kaffeefarmer in der Aufarbeitung, dem Export und der Vermarktung deren Kaffees unterstützt. Sie kauft sowohl Pergamino Kaffee bei den Kleinbauern, oder (wie in unserem Falle) schält den Pergamino, den Romulo und seine Gruppe aus Santo Domingo Cacalotepec für uns hier einreichen werden. Die UNTAO bedruckt für uns die Säcke und verpackt alles in 69kg Säcke mit GrainPro Innensack, kümmert sich um die Zollabwicklung und bringt den Kaffee zum Hafen von Vera Cruz im Golf von Mexico, wo er in unseren Container nach Hamburg kommen wird.

Liliana Guadalupe Contreras Cruz, eine junge, dynamische und sehr strukturierte Frau, die hier alle Fäden in der Hand hat führt uns durch die Hallen.

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Die Trilladora (Schälen, Sortieren, Reinigen des Rohkaffees) macht einen erstaunlichen Eindruck. Die UNTAO hat auch einen mexikanischen 20kg und einen deutschen 60kg Röster (Probat), denn hier können auch Bauern oder Kaffeehändler ihre Kaffees direkt Rösten lassen. Auch ein kleines Labor mit Probat Probenröster zum Testen und Cuppen der Muster ist eingerichtet. Es wird gerade noch eine neue Halle zur Lagerung des geschälten, grünen Kaffees gebaut. Alles sehr professionell.

Jetzt wird es ernst. Wir müssen unseren Vertrag über den Kauf und den Export der 130Sack Rohkaffee, die wir gerne von Romulos Gruppe kaufen wollen aufsetzten. Da die UNTAO den Kauf organisiert und den Bauern das Geld unserer späteren Überweisung auszahlt, ist sie unser Vertragspartner. Mit Romulo haben wir nur alles mündlich und per Handschlag verabredet.

Liliana erörtert uns alle Schritte, listet dediziert alle Kosten für die Bauern und für uns auf und nach nur 45 min haben wir unseren ersten Kaffee-Kaufvertrag in Mexico vor Ort erstellt und überschrieben. Wir zahlen den Bauern 2,50USD pro lb (spanisches Pfund) plus den Kosten für Jute und GrainPro Säcke (welche normalerweise auch zu den Pflichten der Produzenten gehören). Romulo hat bei unserem Besuch und späteren Telefonaten mit Thomas mehrfach betont, dass die Bauern extrem zufrieden mit diesem Preis sind. Tagesaktuell liegt er um 78% über dem NewYorker Börsenpreis von heute (1,405USD/lb). So haben wir bestimmt einen fairen Preis bezahlt und die Transparenz, woher der Kaffee kommt und wie er zu uns gelangt ist unvergleichbar.

Vertragsunterzeichnung

Noch in der Nacht vereinbaren wir mit der Volksbank in Daun den Transfer von 60% Anzahlung (die auch in nur 3 Tagen hier eingeht), so dass Romulo die Anzahlung sofort bei Lieferung des Pergamino aus Cacalotepec mitnehmen kann. Die Restforderung gibt es dann, wenn wir die Verschiffungspapiere erhalten, d.h. wenn der Kaffee auf dem Schiff ist.

Welch ein Erfolg, unser erster vor Ort abgeschlossener Vertrag in Mexico

Stolz, erfüllt und glücklich fahren wir nach Oaxaca Stadt und beziehen für die Nacht noch mal unser Hotel vom ersten Tag, in der Nähe der Markthallen und der historischen Altstadt. Thomas und ich treffen noch mal schnell Diego im Cafe seiner Frau und tauschen noch Kaffeemuster aus.

Noch ein Wiedersehen mit Diego Woolrich

Auch ein kurzer Besuch eine Szene-Markthalle mit tollen Ständen und Restaurants und Shops mit Craft-Beer, gutem Kaffee, und Mezcal zeigt das Mexico auch genusstechnisch immer weiter wächst.


Am Abend wird noch mal gecupped. Thomas möchte mit uns seine Aufarbeitungstests der letzten Wochen, die er gestern noch bei Enrique Lopez auf Finca Chelin geröstet hat, verkosten. Auf der Terrasse des Hotels schlürfen wir an unserem letzten Abend bis tief in die Nacht diverse Muster, die nicht alle gefallen, aber von denen manche auch exorbitant gut sind.

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Das letzte mexikanische Bier der Reise genießen wir anschließend und lassen diese überaus erfolgreiche und wunderschöne Tour von den Bergen zur Küste Oaxacas und zurück Revue passieren.

Kaffeereise Mexico Tag 8 – Verkostung der Muster

Morgen in der Rösterei

Wir bleiben noch eine Nacht in Puerto Escondido, um heute alle Muster zu verkosten. Nicht nur weil Gustavo über ausreichend und gutes Cupping Equipment verfügt, sondern weil es wohl keinen tolleren Platz gibt, um Kaffees zu probieren und zu beurteilen. Diese Aussicht auf den Pazifik vom ersten Stock des Cafes der Finca Las Nieves ist Traumhaft und Thomas hat den Verkostungstisch schon mal an der besten Stelle aufgebaut.


Alle Muster werden in der Rösterei verwogen und auf je drei Teile a 9gr gegeben, separat gemahlen und geprüft. Jede Probe wird also 3mal unabhängig aufgebrüht.

Es geht nach oben, wo die Tassen nach erstem trockenem Aromatest mit je 170ml heißem Wasser aufgegossen werden. 3 Minuten ziehen lassen, die Kruste Brechen, abschäumen und dann geht es ans Probieren. Insgesamt stehen 31 Tassen auf dem Tisch, da Thomas noch 4 Einzelproben aus anderen Regionen dazu geschmuggelt hat, um es noch interessanter zu machen.

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Wir laufen über eine Stunde um den Tisch, schlürfen, machen uns Notizen, diskutieren. Gustavo gesellt sich irgendwann dazu. Vom Ergebnis sind wir uns alle einig, auch wenn wir (Heike und Hans) uns mit der Bewertung nach SCAA Punkteschema schwer tun. Für uns stehen eher Reinheit, Homogenität und Geschmacks-Charakteristik im Vordergrund. (Und natürlich die Menschen hinter dem Kaffee…)

Zusammenfassend sieht das so aus:

  • Gruppe Cacalotepec
    • Alle Proben sehr gut, gute Unterschiede zwischen den Charakteristika der einzelnen Produzenten. Die Probe von Artemio ist Wettbewerbsverdächtig (was Thomas der Gruppe später mitteilen wird, damit Artemio sein Lot noch bei einem Wettbewerb anmelden und dafür Höchstpreise erzielen kann.
  • Muster Diego für einen Produzenten aus Nopala
    • Sehr viele Defekte, keine feinen Aromen, enttäuschend, schlechtestes Muster auf dem Tisch
  • Muster von Gustavo
    • Geisha: Sehr fein nuanciert, etwas wenig entwickelt, traumhafte Jasmin und Fruchttöne. Erstklassig
    • Sarchimore: Nicht sehr nuanciert aber sauber mit entwickelbarem Körper für Espressi
  • Die anderen Muster sind für uns nicht von Bedeutung

Insgeheim hatten wir uns alle drei schon lange für die Kaffees unserer ersten Station „Santo Domingo Cacalotepec“ entschieden. Nun wird diese Entscheidung durch die rundweg tollen Kaffees dieser Produzentengruppe auf den Tisch untermauert. Da uns die Menschen, die Berge, die Natur und die Kaffeeplantagen von Cacalotepec schon von Anfang an begeistert haben, sind wir sehr erleichtert, echt tolle Kaffees mit hohem Potential gefunden zu haben. Auch die Logistikwege vom Dorf der Produzenten zur Schäl- und Sortierstation der UNTAO (die wir noch besuchen werden), mit nachfolgendem Export, scheinen einfach und gesichert. Thomas hat hier eine tolle Vorarbeit und Koordination betrieben, die uns einen wirklich tollen Kaffee für unsere Talhão® Selektion bringen.

Romulo, Sprecher der Produzentengruppe von Cacalotepec

Romulo bekommt die Ergebnisse unserer Entscheidung sogleich am Telefon mitgeteilt und freut sich sehr. Auch wir haben einen guten Eindruck auf ihn gemacht und er freut sich, dass er endlich seinen Wunsch, die Kaffees der Gruppe direkt an einen Röster verkaufen zu können, erfüllt bekommt.

Wir vereinbaren die Abnahme von ca. 90-100 Säcken a 69kg des Blends der Produzentengruppe und zwei weiteren kleine Lots, eines von Romulo, eines von Virginia. Das wäre schon mal ein großer Anfang für eine hoffentlich langfristige und ausbaubare Zusammenarbeit.

Nach unserer Abreise wird Thomas, der ja noch länger in Mexico bleiben wird, rauf nach Cacalotepec fahren, die Zusammenstellung der Mischung (Blend) überwachen und kontrollieren und der Gruppe für ein paar Tage als Berater fungieren. So kann Thomas seine immensen Erfahrungen der Gruppe weitergeben.

Voller Zufriedenheit, aber wehmütig verlassen wir diesen herrlichen Ort Puerto Escondido, den Gustavo so mit Herzblut und Kaffeeleidenschaft füllt, in der Gewissheit hierher wiederzukehren. Es geht an der Küsten Richtung Süden und dann wieder in Richtung Oaxaca Stadt, für 40km in die Berge. Hier bleiben wir zwei Nächte auf „Finca Chelin“. Auf dieser Farm hat Thomas in den letzten 6 Wochen intensive Erfahrungen in der Aufarbeitung von Kaffees gemacht, die er uns zusammen mit der vorbildlichen Finca vorstellen möchte.