Brasilien 2019: Tag 1 und 2 „Rio de Janeiro“

Für unsere rund zweiwöchige Tour zu unseren Partnerplantagen Fazenda Caxambu und Fazenda Passeio, sowie unserem Exportpartner SMC in Guaxupe in Brasilien, haben sich unserer Gastgeber einen tollen Start ausgedacht:

Maria, Ucha, Heike und Hans in Rio

Wir treffen uns mit Ucha (Carmem Lucia de Brito Chavez von Fazenda Caxambu) an unserem Zielflughafen Rio de Janeiro, wo wir uns erst ein wenig akklimatisieren können und die Chance nutzen, diese besondere Stadt kurz zu entdecken. Da Ucha vor ihrem Rückgang zur Familien-Plantage in Tres Pontas hier über 30 Jahre gelebt hat, ist es fantastisch, einen ortskundigen Guide zu haben.

Auch treffen wir hier Maria Mendes, unsere Exporteurin von SMC aus Guaxupe, die extra nach Rio geflogen ist, um uns zu empfangen. Die Begrüßung ist ungeheuer emotional.

Nach einem traumhaften Spaziergang am (neben Copacabana und Ipanema) eher unbekannten Strand von Barras machen wir uns auf den Weg. Mit dem Taxi fahren wir 60 Minuten ins Zentrum der 10 Millionenstadt Rio, die sich an diesem Samstagmittag aber extrem ruhig und fast schon ausgestorben präsentiert. Die Großstadt zeigt einen faszinierenden Querschnitt von Arm und Reich, von Alt und Neu und von gepflegt und verkommen.

Museu do Amanhã in Rio

Im monumentalen „Museum von Morgen“ (Museu do Amanhã) bekommen wir einen anschaulichen und teils erschreckenden Blick auf die aktuelle ökologische Situation unserer Erde und der Menschheit.

Im Zentrum machen wir noch einen kleinen Hafenrundgang und bewundern die gigantischen Grafiti-Wände, gestaltet vom Künstler #Kobra.

Das Abendessen gibt es in der traditionellen „Confeitaria Colombo“ in der wir uns eher fühlen als wären wir in Wien. Unglaublich wie dieses 125 Jahre alte Kaffee- und Teehaus den Charme vergangener Zeiten wiedergibt.

Confeitaria Colombo

Am zweiten Tag stehen die Rio Klassiker „Zuckerhut“ und „Christo (auf dem Berg Corcovado)“ zur Auswahl. Wir entscheiden uns für den Pão de Açúcar. Jetlag und Zeitverschiebung scheinen nach einer ausgeruhten Nacht vergessen. Zum Frühstück genießen wir den mitgebrachten und in Daun gerösteten Kaffee von Fazenda Caxambu.

Nach langer Schlange am Schalter der Seilbahn geht es über die Zwischenstation auf den 396 Meter hohen, steilwandigen Felsen auf der Halbinsel Urca. Die Aussicht über Rio und die traumhafte Guanabara-Bucht ist atemberaubend.

Zurück am Fuße des Zuckerhuts machen wir noch einen kleinen Rundweg um die Bucht und Ucha zeigt uns noch ihren Geheimtipp: die „Bar de Cicero“ gelegen in einer Insel- und Flusslandschaft inmitten der Großstadt. Wir kommen uns eher vor wie in Asien und genießen hervorragenden Fisch in einer Atmosphäre wie in der Karibik.

Zum Abschluss können wir in der kleinen Kaffeebar und Rösterei der Firma „Armazem“ noch einen guten Filterkaffee und eine schöne Atmosphäre genießen.

Nach diesen zwei Tagen sind wir gestärkt und bereit für die morgige, achtstündige Autofahrt von Rio nach Tres Pontas und unserer Partnerplantage Fazenda Caxambu. Ab in den Kaffee…

Ursprungsreise 2019 nach Brasilien steht kurz bevor.

Nach fünf Jahren schaffen wir es endlich wieder unserer Partner und Freunde in Brasilien zu besuchen.

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Unser Talhão® (Feld) Alto Batatal auf Fazenda Caxambu

Für Ende Juni ist ein Besuch der Plantagen von Fazenda Caxambu und Fazenda Passeio in Sul de Minas geplant. Da sich in den letzten Jahren auf beiden Fazendas extrem viel entwickelt hat, möchten wir die Fortschritte des nachhaltigen Anbaus durch organo-mineralische Düngung, sowie die neuen Fermentations- und Trockentechniken intensiv in Augenschein nehmen und diskutieren.

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Neue Trockentische und Micro-Lots auf Fazenda Caxambu

Auch sind wir auch der Suche nach neuen, aussergewöhnlichen MICRO-LOTs: Das sind Kleinstmengen besonderer Kaffees die speziell selektiert und aufbereitet werden und sich durch aussergewöhnliche Geschmacks- und Aromanoten auszeichnen.

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Auch Edilene und Adolfo Ferreira werden wir wieder auf Fazenda Passeio besuchen.

Wir werden während unserer Reise aktuelle Berichte und Photos auf unserem Talhão® -Blog zu veröffentlichen. Schauen Sie doch einfach mal rein.

Ernte in Thailand beendet

…und unsere Kaffees warten auf die Verschiffung.

In der vergangenen Woche gab und Jürgen Wittmann (Mystic Hilltribe Thailand) unser Freund und Unterstützer beim Kaffee-Export aus Thailand ein kurzes Feedback zum Ernteende und zum Stand von Aufarbeitung und Verladung.

Dorf Khun Chang Khian

Nachzutragen waren noch ein paar Bilder aus dem Februar, als Jürgen und seine Frau Avou unsere Partnerfamilie Laolee besuchten.

Tong Laolee und seine Frau Scho

Jedes Jahr können wir wieder feststellen, wie sich die kleine Kaffeeproduktion von Familie Laolee (wir erhalten in diesem Jahr 12 Sack a 60kg) entwickelt. Hof und Entpulpstation sehen immer sauberer und strukturierter aus und das Trockenzelt wir jedes Jahr erneuter und vergrößert.

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Es bereitet uns große Freude, wie sich hier im Bergdorf Khun Chang Khian bei Tong und Scho immer wieder Neues entwickelt.

Mae u Mong

Auch aus unserem Projektkaffeedorf Mae u Mong konnte Jürgen schon in unseren letzten Berichten tolle Fortschritte berichten.
In den vergangenen Tagen haben Jürgen und Avou im Dorf ein kleines Abschlussfest gegeben und sich (auch in unserem Namen ) für die tollen Kaffees und das Vertrauen bedankt.

Gruppenversammlung. Unser Talhao Schild hängt immer noch…

Zusammen mit SomChai und seiner Frau werden noch mal alle Fakten und Zahlen zum geernteten Kaffee besprochen. Und Jürgen zelebriert einen Kaffee aus seiner österei in der FrenchPress.

Schälen und Abpacken

Der Kaffee aller unsere Produzenten in Nordthailand ist mittlerweile fertig aufbereitet worden und wurde zur Doi Chang Coffee Farm gebracht. Hier wurde er in den letzten Tagen geschält, gemischt, sortiert und gepackt.

Großes Augenmerk legen Jürgen und wir auf die komplette Durchmischung aller Erntechargen eines Produzenten. Da die Erntezeit von Dezember bis März dauert, fallen bei den Bauern zeitlich verschiedene Chargen an. Damit aber unser Rohkaffees z.B. von Familie Laolee gleichmäßig und homogen abgepackt wird, werden alle Chargen auf einer sauberen Plane verteilt und von Hand gemischt.


Dabei kommt auch mal großes Gerät in Kinderhand zum Einsatz…

Extrem aufwendig ist aber die manuelle Sortierung ausgewälter Chargen die in Gruppen an Tischen erfolgt. Der größte Teil erfolgt aber in der mechanischen Luftbettsortierung (Gravity Sorter wird das Ding hier genannt) .

Anschliessend werden die Jutesäcke (mit Grain Pro – Spezialkunststoffsäcken ausgekleidet) gepackt und warten auf den Container und den Transport nach Hamburg und Daun.

Leider haben wir es dieses Jahr nicht nach Nordthailand geschafft, aber für 2020 steht ein Besuch bei Familie Laolee und unserem Partnerdorf Mae u Mong wieder fest auf dem Plan.

Unsere Kleinbauern sind Selbstversorger

Romelia Jimenez aus Ecuador

Allein vom Kaffee können die meisten Kleinbauern nicht leben. Auch mit fairen Preisen, die wir unseren Partnern zahlen, reicht es bei den kleinen Hektareinträgen, einer manuellen, organisch-ökologischen Arbeitsweise nicht die Familie vollständig zu unterhalten.
Unsere Kleinbauern und Partner besitzen aber neben der Infrastruktur des Kaffeeanbaus und der Aufarbeitung der Kaffeekirschen noch genügend Land, um ausreichend Gemüsevorräte zu kultivieren und Vieh zu halten.

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Mischkulturen, bei denen in den Kaffeefeldern Bananen, Zuckerrohr, Maniok, Ananas und mehr wachsen, sind auf kleinbäuerlichen Farmen ganz selbstverständlich. Neben den Resten der Kaffeeproduktion (Pulpe) können so Pflanzen und Gemüsereste, zusammen mit Viehdung für eine organische, ökologische Düngung sorgen.

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Vieh-Haltung spielt eine wichtige Rolle. Nicht nur als Eiweißlieferant. Auch als Resteverwerter spielen Schweine und Hühner eine wichtige Rolle. Und als Stickstoffdünger im Kompost ein wichtiger Nährstofflieferant für den Kaffeeanbau.

Meerschweinchen („Cuy“) sind in Ecuador und Peru ganz selbstverständlich eine besondere Delikatesse und werden fast von allen Bauern als Nutztier gehalten.
Unser Partner Levi, in Chirinos Peru, hat sogar eine Meerschweinchen-Zucht begonnen, um lokale Restaurants in der Umgebung zu beliefern.

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Ausschließlich vom Kaffeeanbau können in Mittel-und Südamerika nur die wenigsten Kleinbauern leben. Daher sind alle Bauern Selbstversorger und arbeiten noch saisonal in den umliegenden Dörfern oder in den entfernten Grossstädten.

  • Angel und Romelia aus Ecuador

Wir sind froh, dass unsere Partner, wie Angel und Romelia Jimenez aus Ecuador und Levi Silva  aus Peru durch gute Kaffeeernten, überdurchschnittliche Kaffeequalität und eine gesunde Nebenerwerbs-Landwirtschaft ihre Familien unterhalten können und ihren Kindern eine gute Schulausbildung sichern können.

 

Neues aus Mae u Mong

Schon vor ein paar Tagen hat uns unser Freund, Partner und Koordinator Jürgen Wittmann,von Mystic Hilltribe einige Bilder aus unserem Kaffeedorf-Projekt in Nordthailand weitergeleitet.

Der Sohn von Som Chai (der Gruppenleiter aus unserem Partnerdorf Mae u Mong) schickt uns aktuelle Bilder von Ernte und Trocknung des Kaffees für 2019.

Jürgen schreibt:
„Sehr freut mich das Zelt, die dünnen Pergamino Schichten auf den Tischen und die akribische Beschriftung der Säcke mit dem trockenen Pergamino.

Ich bin mir sicher Somchai hat zudem wieder extrem penibel Buch geführt, wann er von wem welche Kirschqualität in welcher Menge gekauft hat, in welchen Wochen viel Sonne und wann weniger da war und man dies dann auf einen Sack beziehen kann.“

Das neue Trockenzelt.

In der Tat ist das gebaute Trockenzelt eine überragende Neuigkeit. Was in vielen Mittel- und Südamerikanischen Anbaugebieten nur langsam und zögerlich umgesetzt wird, haben die Menschen aus Mae u Mong schnell und zielstrebig umgesetzt. Langsames und kontinuierliches Trocknen sind eine Grundvoraussetzung für tolle Kaffees.

Jürgen ist es hier gelungen ein Musterprojekt aufzustellen, dass durch faire Bezahlung, technische Anleitung und Unterstützung, sowie soziales Engagement (siehe unsere Berichte zur Wasserversorgung und Kaffeepflanzen-Spende) eine enorme Motivation für den Kaffeeanbau und die Aufarbeitung freigesetzt hat.

Alles diese Entwicklungen schreien danach schnell wieder unser Partnerdorf in Mae u Mong zu besuchen..

Sauberes und chargenweises Lagern der trockenen Pergaminos.