Kaffeereise Indien 2017 – Tag 7: Ein Tag auf dem MS Estate und Kotordie Curing Works

Pulping – Drying – Sorting

Der Anbau und die Ernte der Arabica- und Robustavarietäten ist nur der erste Teil der Kaffeeproduktion. Sicherlich der, der mit 10 Monaten von der Blüte bis zur reifen Kirsche der längere ist. Die einzelnen Pflanzenvarietäten bringen unterschiedlichere Aromen und Charaktere hervor. Hier in Indien angebaute Arabicas, wie Kent oder die Selection 9 (SLN9) Varietäten bringen eher feine, milde Kaffees hervor. Die hier oft angebaute Selection 795 (alle nach bestimmten Züchtungsformen mit Zahlen nummeriert) steht gerade im Anbau von über 1300m für körperreiche und fruchtige Kaffees.

Die größten Qualitätseinflüsse (bis hin zur Ungenießbarkeit) haben aber, wie beim Wein, die Aufarbeitung, Trocknung und Sortierung des Rohkaffees.
Auf dem MS Estate von Balanoor Plantations dürfen wir alle Schritte bis hin zum fertigen grünen Rohkaffee beobachten. Nirgendwo sonst auf unseren Reisen konnten wir eine so grandiose Aufarbeitung im industriellen Stil beobachten. In einzigartiger Weise mit extremen Ansprüchen an Produktivität, Hygiene und Qualitätskonstanz werden hier jährlich bis zu 150t Arabica und ca. 200t Robusta gewaschen, d.h. nass aufbereitet. Weitere 140t bester Robusta werden auf dem Plantagenteil Yelemadlu produziert.

Eine Ladung Robustakirschen

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Kaffeereise Indien 2017 – Tag 6: Zum Bio-Feld auf dem MS Estate

Nach dem opulenten Frühstück geht es wieder zu Mr. Chengappa auf das MS Estate (Merthi Subbangudy Estate), man verwendet gerne Abkürzungen, wenn es zu lang und kompliziert wird). Da heute Sonntag ist, wird auf dieser Plantage weder geerntet, noch ist die Pulping Station in Betrieb. Lediglich die letzte Fermentations-Charge vom letzten Abend wird nochmal gewaschen und auf die Trockentische gepackt bzw. gewendet. Arbeitsabläufe, die auch an einem Sonntag nicht aufgeschoben werden können.

Wir machen uns mit dem Jeep den Berg hinauf zu den Bio (Organic) Feldern, die in einem unglaublichen, wild anmutenden Wald mit tiefem Grün und viel Gras liegen. Mr. Chengappa, der Leiter dieser Plantage lässt sich diese Mustertour nie nehmen. Daher besuchen wir diese Ecke nun zum dritten Mal. Aber es lohnt sich eben immer wieder.

Die natürliche Wirkung dieser Schattenplantage wird durch die 100 Jahre alten Junglebäume erzeugt, die hier neben vielen Gravilea-Plantagenbäumen und niedrigen Dadap-Schattenspendern wachsen. Auch die Tierwelt fühlt sich hier wohl. Vogelgezwitscher um uns herum; bunte Spechte hämmern. Von den Affen, die sich hier gerne tummeln und Kaffeekirschen fressen, finden wir nur die ausgespukten „Kaffeebohnen“. Zum Teil aber auch voll verdaut…
Wir machen eine kleine Wanderung durch den Wald auf 1300m zu schönen Aussichten über die Gegend. „Kaffeereise Indien 2017 – Tag 6: Zum Bio-Feld auf dem MS Estate“ weiterlesen

Kaffeereise Indien 2017 – Tag 5; Erst mal alles wieder neu entdecken

Die Schönheit der einzigartigen Lage wird erst am nächsten Morgen sichtbar, wenn der Nebel, eher sind es Wolken über den Hügeln auf der Ostseite fließen (in der Tat wie ein Fluss). Ein Traum von dem man sich nicht losreißen kann. Ich filme hier etliche Minuten und hoffe diese Videos (siehe unten) hier mal platzieren zu können, wenn das Netz funktioniert.

Da das Gästehaus unweit der Teafactory liegt, machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg dorthin auf. Hier klettern wir vom 2. Stockwerk der Teeproduktion, in dem die Teeblätter ankommen und erstmal welken müssen, bis hinab zum Erdgeschoss, wo die Fermentation, Trocknung und Verpackung erfolgt. In den nächsten Tagen möchten wir diese Einrichtung nochmal besuchen. Dann werden wir detailliertere Beschreibungen geben.

Eins sei aber schon einmal vorweg genommen: Tees dieser Art weichen stark von den Vorlieben deutscher Teeliebhaber ab, da sie eher aus kleinen, „zerstossenen“ Teeblättern bestehen, wie sie gerne im asiatischen Markt oder besonders in Russland gefragt sind.

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Kaffeereise Indien 2017 – Tag 4; Endlich Richtung Kaffee

Nach 3 Tagen ausharren in Bangalore geht es nun endlich los Richtung Balanoor Estate. Zuvor müssen unsere Koffer und reichlich Proviant in den Toyota packen. Auch wenn hier anscheinend nichts mehr rein passt geht es noch zur METRO, ja die gibt es auch hier.

Mit weiteren Lebensmitteln angereichert und im Auto eingekeilt (nein es ich noch reichlich Platz in der Limousine) geht es auf die 6 stündige Autofahrt nach Nordwesten. Erst Highway (mit vielen Fußgängern, die sorglos die 4-spurige Straße überqueren), dann werden die Straßen mit jedem Kilometer immer schmaler, kurvenreicher und holpriger. Ashok Kuriyan meistert diese Tour aber perfekt.

Kurz vor dem Dunkelwerden kommen Ashok, seine Frau Meenu, Heike und ich auf den Tea Estate von Balanoor Planations an. Sohn Rohan, seine Frau Dika und deren Sohn Ezra sind schon eine halbe Stunde früher angekommen.
Diese Teeplantage liegt inmitten aller Kaffeeplantagen von Balanoor und anderen großen Produzenten. Und hier steht auch das Gästehaus der Familie Kuriyan in dem wir schon vor drei Jahren gewohnt haben. Schnell noch ein paar Schritte gehen, um die Beine wieder zu entfalten und dabei einem schnellen Blick über die umliegenden Teefelder finden. Leider ist das WLAN hier nicht aktiv, so dass wir unsere Berichte immer nur dann „versenden“ können, wenn wir im Büro der Plantage sind.

Kaffeereise Indien 2017 – Tag 2-3

Leider sitzen wir immer noch in Bangalore fest, da unsere Gastgeber von Balanoor Plantations sich nicht von ihrem Business freimachen können. Erster Lichtblick: Gestern gab es ein erstes Treffen mit unserem Freund und Partner Peter „Uncle“ Mathias von Kelagur Estate zum Abendessen in Bangalore. Wir konnten die Pläne für unser Treffen auf der Plantage am 13. Januar fixieren und die Situation der aktuellen, problematischen Ernte besprechen. Durch eine extreme Trockenheit in der letzten Saison fällt die Ernte sehr gering aus, die Qualitäten sind aber dennoch sehr gut. Auf der Aufarbeitung unserem Lieblingsfeldes Talhão „Basari Twins“ mit einem kleinen Ertrag von 200kg wird dieses Jahr extreme Aufmerksamkeit gelegt, da wir im vergangenen Jahr nicht zufrieden waren. Hier wird als letzten Schritt eine zusätzliche manuelle Sortierung angehängt und jeder Arbeitsschritt doppelt überwacht.

Peter und Heike in 2013

Mal sehen, vielleicht klappt es heute mit der Abreise in den Kaffee…