Ursprungsreise Ecuador/Peru 2017 – Tag1 und 2

Von Frankfurt geht es über Amsterdam nonstop nach Lima der Hauptstadt Perus. Wir (ich, Hans Richarz-Hilberg und mein Reise-Partner Thomas Pingen) haben uns entschieden über Peru nach Zumba zu reisen, weil die Kleinstadt unserer ecuadorianischen Kaffeekooperative nahe der Grenze zu Peru liegt und wir so noch einige Produktionsgemeinschaften im Norden Perus kennenlernen können. Die Gesamtreisezeit von ca. 30 Stunden bleibt dabei gleich.

Thomas vor dem Flug nach Jaen



Nach 12,5 Stunden Flugzeit aus Amsterdam, übernachten wir im kalten, grauen Lima, der Hauptstadt Perus, wo Thomas schnell noch einen bekannten aus der Röstmaschinen-Branche besucht, mich aber die Müdigkeit dahin rafft.

Flughafen Jaen

Am nächsten Tag geht es weiter mit dem Flieger Richtung Norden nach Jaen. Auf dem kleinen, knuffigen Flughafen werden wir von einer Hitze überrascht, die aber auf der 1,5 stündigen Taxifahrt nach San Ignazio vom Fahrtwind abgemildert wird. Zwischendurch erfrischt uns ein frisch gepresster Ananassaft am Straßenrand.


Die Landschaft ist gigantisch. Das Grün der Täler mit seinen riesigen Reisfeldern, die man eher in Asien vermutet, aber Reis hier eine sehr große wirtschaftliche Rolle spielt, hebt sich stark von den hohen Bergen ab.

San Ignazio, ist ein kleines Städtchen im Norden Perus, nur ca. eine Fahrstunde von der Ecuadorianischen Grenze entfernt, die wir morgen passieren werden. Es liegt auf 1260m und hat ca. 150.000 Einwohner. Das Haupttransportmedium ist das TukTuk, aus chinesischer Fertigung, die eher an Motorräder mit angeschweißter 3-Personen Pritsche erinnern. Taxis bleiben am Rand der Stadt stehen und innerhalb des Ortes bewegt man sich fast nur mit dem Motorrad.

Die Region ist bekannt für seine außerordentlich guten Kaffees und unterscheidet sich vom Geschmacksprofil der Kaffees deutlich von den größeren Kaffeeregionen im Süden des Landes. Von hier werden jährlich ca. 300 Container (a 20Tonnen) Rohkaffee in alle Welt exportiert.

Thomas mit José von der Kooperative CASIL

30 Container hiervon produziert die Bauernkooperative CASIL (Cooperativa Agraria Cafetaleras San Ignazio Ltd). Wir treffen José Altamirano, der die Kooperative managed und für den gesamten Ablauf von Warenannahme des getrockneten Pergaminos, über das Cuppen bis hin zur Vermarktung zuständig ist. Ein riesen Verantwortungsbereich.
Thomas hat bei dieser Kooperative im vergangenen Jahr, während seines 9monatigen Praktikums bei Caravela, einem kolumbianischen Spezialitätenkaffee Händler und Exporteur mit sehr hohem nachhaltigem Anspruch, kennengelernt. Die beiden gehen sehr vertraut miteinander um, um José zeigt sich extrem offen, engagiert und interessiert.

Wir probieren guten Kaffee (auch Thomas bringt einen tollen Kaffee aus Äthiopien mit) und begutachten verschiedenen Rohkaffeemuster. José führt uns über das gesamte Areal. Zeigt uns den Kaffeeröster für die lokale Produktion, das gigantische Trockenzelt (für dessen Fertigstellung aber leider das Geld nicht reichte) in dem verschiedene Kaffees der Bauern noch nachgetrocknet werden müssen.

Wir sehen die eigene kleine Trockenaufarbeitung für die schlechteren Qualitäten. Die besseren, für den Export bestimmten werden bei externen Dienstleistern geschält und sortiert. Und wir prüfen einige der Kaffees im Lager, die hier in gigantischen, schwarzen Säcken auf den Export warten.

 

Obwohl auch der Besuch bei anderen Kooperativen in diesem Distrikt noch lockt, machen wir eine Tour mit dem Motorrad zu einem auf 1950m hohen Aussichtpunkt. Auch auf dieser Höhe wachsen verschiedene Arabica-Varietäten, die wir begutachten und auch feststellen können, dass in dieser Höhe der Befall der in Mittel- und Südamerika grassierenden Roya, dem Blattrost, nicht anzutreffen ist.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Krönender Abschluss des Abends ist das Abendessen auf Einladung José in einem traditionellen Cuy (Meerschweinschen) Restaurant. Für die Peruaner eher alltäglich ist es für uns immer wieder eine leckere Besonderheit.  Das dunkle Bier macht müde, und um 9.00Uhr Ortszeit habe ich mühe nicht mit dem Kopf auf die Tischplatte zu sinken.   

Neue Ursprungsreise nach Süd-Amerika

Es ist wieder soweit. Unser Ecuador Rohkaffee-Vorrat ist erschreckend klein geworden. Und bei unseren Freunden Anjel und Romelia Jimenez und den Partnern der Kleinbauern-Kooperative ACRIM in Zumba, Südecuador liegt die Ernte in den letzten Zügen.

Daher reise ich (Hans Richarz-Hilberg) in dieser Woche nach Südamerika um die neuen Talhão® Lots auszuwählen, die intensiven Kontakte zu pflegen und den Direkt-Export zu optimieren und koordinieren.

Zusammen mit unserem Freund, Partner und Übersetzer Thomas Pingen fliegen ich nach Lima, Peru, um von dort den Weg Richtung Norden nach Zumba (liegt nahe der Grenze zu Peru) einzuschlagen. Auf Hin- und Rückweg werden wir im Hochland Perus auch einige Kaffee-Kooperativen und Produzenten besuchen, die Thomas im vergangenen Jahr kennengelernt hat.

Schüler und Lehrer der Grundschule la Palma

Natürlich werde ich auch den Erfolg unseres Schulküchen-Projekts in der Schule von LaPalma checken. Im vergangenen Jahr konnten wir 1500Euro spenden, um die Schulküche der 23 Schulkinder auszubauen. Ein neuer Wasserspeicher, neue Bänke und Geschirr, ein neuer Herd und viele andere Dinge sind entstanden. Was noch an der Grundschule gebraucht wird werde ich evaluieren und mit neuen Spenden unserer Kunden und aus dem Deko-Kaffeesack-verkauf hoffentlich als neues Projekt umsetzen.

Ich bin neugierug, wie sich die Ernte in Ecuador entwickelt hat und wie sich die  Kaffeeproduktion von der in Ecuador unterscheidet.
Der Talhão® Blog wird in den nächsten Tagen berichten, was wir auf unserer Reise erleben… Ich freue mich, wenn Ihr dabei seid.

Ecuador Ernte auf dem Höhepunkt

Anjel und Romelia im Trockenzelt

Wir freuen uns immer wieder, wenn die beiden uns aktuelle Photos schicken. Auch wenn die Auflösung nicht die beste ist. Nächsten Monat sehen wir uns wieder, denn wir werden ihre Farm wieder besuchen, den Kontakt pflegen, die Qualitäten bestätigen und weitere Strukturhilfe geben. Auch werden wir unser Schulprojekt an der Grundschule von La Palma in die nächste Phase bringen.

Aktueller Status unseres Schulprojektes in Ecuador

Spannenderes gibt es heute von Ecuador zu berichten. Anjel schickte uns aktuelle Photos vom Bau einer Zisterne für unser Schulküchen-Projekt im Dorf von Anjel und Romelia Jimenez, unserer Produzentenfamilie aus dem Dorf „La Palma“.

Für die Wasserversorgung der neuen Küche wird ein Druckbehälter auf einer Säule errichtet. Wir freuen uns zu sehen, wie sehr die Väter der Schulkinder, neben Ihrer harten Arbeit auf deren Fincas, aktiv mithelfen. Diese Eigenleistung war unsere Voraussetzung für das Projekt.

Die Umsetzung des Projektes wird von den Eltern getragen, wir bezahlen die Baumaterialien und deren Transport. Bis jetzt konnten wir 1500 Euro Spendengelder an Anjel überweisen, der die Finanzen und die Umsetzung überwacht. Für 2017 sind noch mal 1500Euro an Spenden von unserer Seite geplant.

Talhão® Projekte

Es ist uns ein Anliegen und eine Aufgabe in den Ursprungsländern und –dörfern unserer Kaffees soziale Projekte aufzubauen und langfristig zu begleiten.

Dafür sammeln wir durch den Verkauf leerer Kaffeesäcke z.B. für Dekozwecke und Kundenspenden, die wir durch einen eigenen Anteil aufstocken. Unser aktuelles Sammelprojekt haben wir mit unserer Baumwoll-Einkaufstasche verknüpft.
Bei jedem Einkauf in unserem Ladengeschäft, der mit dieser Tasche begleitet wird, spenden wir 50 Euro-Cent für eines unserer Projekte.

Im Jahr 2016 konnten wir so 1940€ zusammentragen, die wir in unsere aktuellen Projekte in Mae u Mong, Thailand und das Schulprojekt in La Palma, Ecuador als Sachspenden investiert haben.

Mae u Mong Kaffee-Projekt-Dorf, Nordthailand

Schulprojekt La Palma, Ecuador