Kaffeereise Mexico Tag 3 – Zu Gast in Santo Domingo Cacalotepec


Früh um 5Uhr sind wir wach. Braucht noch etwas, bis wir uns an die Zeitumstellung gewöhnen. Sobald es hell genug ist, schnappe ich mir die Kamera und mache bei Sonnenaufgang einen Rundgang durch das Dorf. Das Licht und die Stimmung sind fantastisch. Überall regt sich Leben, aber extrem leise und gelassen.

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Dieser Ort strahlt eine solche Ruhe aus, wie ich es nur selten erlebt habe. Kein Motorengeräusch. Es gibt zwar Autos, aber die werden nur im Notfall und für lange Strecken verwendet. Kein Wunder, die nächste Tankstelle ist 2 Stunden entfernt. Mopeds sehe und höre ich auch nicht. Der Esel (zugegebenermaßen auch nicht immer leise) ist das Hauptverkehrsmittel zum Transport von Kaffee, Holz etc.; die Menschen laufen. Ich treffe nur Einwohner, die mich freundlich und lächelnd Grüßen, und obwohl ich kein Wort verstehe und nur betonen kann, dass ich kein Spanisch spreche, zeigen sie mir die zum Trocknen ausgebreiteten Kaffees und ich bekomme Bananen geschenkt. Extremst herzlich. Besser kann ein Tag nicht beginnen!

Wohnhaus von Romulo und Trockendach mit Lagerhaus (unten)
Die unermüdliche Elia bereitet schon wieder Tortilla und das Frühstück vor.

Wir begeben uns mit Romulo auf das Trockendach und breiten die Kaffees, die die Nacht verpackt waren, wieder aus. Einige sind jetzt komplett trocken und werden in Kunststoffsäcke gefüllt und eingelagert. Es ist schon beachtlich warm als wir auf den Knien die Partien auf den Bastmatten verteilen.

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Nach dem herzhaften Frühstück (Ei, Bohnen, Reis und die obligatorischen Tortillafladen) dürfen wir Romulo noch helfen die gestern geernteten und über Nacht in kaltem Wasser gelagerten Kaffeekirschen zu entpulpen.

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Die Kaffeekerne werden mit einer elektrisch betriebenen, umlaufenden Walze aus den Kirschen gequetscht (entpulped). Sehr sorgfältig sortiert Romulo defekte Kirschen aus. Auch werden alle Gerätschaften anschließend wieder gut gereinigt. Der Kaffee bleibt nun feucht und ohne Wasser für 24 Stunden liegen. Am kommenden Tag wir Elia dann die Kerne mit viel Wasser von allem restlichen Fruchtfleisch abwaschen und auf die Trockenfelder geben.

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Kaffeereise Mexico Tag 2

Frühstück Markthalle Oaxaca Stadt

Vor dem Start in die nördlichen Berge, stärken wir uns noch in der traditionellen Markthalle neben unserem Hotel mit heißer Oaxaca-Schokolade und herzhaften Pollo Oaxaquenos (Hühnchen mit schwarzer Mole aus Schokolade, Mais und Gewürzen) und Chiles Rellenos (frittierte, gefüllte Paprika)

Dann geht es Richtung Nordosten in die Sierra Norte. Vor uns liegt ein Weg mit vielen Höhenzügen und Pässen mit den unterschiedlichsten Fahrbahnbeschaffenheiten. Der auf über 60PS getunte 1600ccm VW Käfer von Thomas mit dem höhergelegtem Fahrwerk und den Geländereifen schafft anscheinend jeden Untergrund und jede Steigung. Es ist herrlich zum ersten Mal auf unseren Kaffeereisen wirklich frei unterwegs zu sein und Tempo und Stopps frei entscheiden zu können. Nach ca. 2 Stunden planen wir dann den ersten Kaffee ein. Heike wird schon ganz unruhig. Wir finden ein schattiges (und recht kühles) Plätzchen auf 2400m Höhe. Thomas baut den Käfer um und installiert den Tisch, der patentwürdig am Dachgepäckträger befestigt (und auch dort verstaut) ist.


Ruck-Zuck ist die Kaffeebar mit elektrischer Mühle, Hario V60 und Aeropress fertig. Das Wasser wird mit dem Gaskocher temperaturkontrolliert gekocht und wir genießen zwei der von Thomas gerösteten Kaffeemuster aus dem Norden von Oaxaca. Unglaubliche Atmosphäre!

Nach einer weiteren Stunde Fahrt mit keinem anderen Verkehrsteilnehmer weit und breit können wir schon unseren Zielort „Santo Domingo Cacalotepec“ sehen, haben aber noch eine geschlagene Stunde Fahrt vor uns. Die nicht eingeplante Straßensperre durch einen umgefallenen Baum meistern Thomas und der Käfer, in dem die Blockade einfach umfahren wird.

Santo Domingo Cacalotepec im Hintergrund auf dem Hang gegenüber

Wir kommen in eine Region, wie wir sie auf all unseren Kaffeereisen noch nicht erlebt haben. Hohe Berge bis ca. 2500m, Dörfer, die sich an die Hänge klammern und wilde Wälder soweit das Auge reicht. Man glaubt zuerst nicht, dass hier Kaffee wächst, aber bei genauem Hinsehen sehen wir überall in den Wäldern Arabica Typica Pflanzen. Für die geplanten 4 Stunden auf den 130km haben wir letztendlich 5 Stunden benötigt. Aber der Weg hat sich, wie wir in den nächsten Tagen feststellen werden, mehr als gelohnt.


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Kaffeereise Mexico -Tag1

Der Bundesstaat Oaxaca von Mexico

Zwei Wochen Mexico und die Entdeckung  neuer Kaffees und vor allen Dingen die Suche nach den Menschen hinter diesen Kaffees liegen vor uns.

In erster Linie geht es uns immer zuerst um die Produzenten, denn diese legen ihre volle Energie und ihre ganzes Herzblut in den Anbau und die Aufarbeitung der Rohkaffees, die wir dann in Daun veredeln und unseren Kunden präsentieren dürfen.

Geplant sind die Besuche von zwei Kleinbauern-Kooperativen in Norden und Westen des Bundesstaates Oaxaca und der kleinen Finca von Enrice Lopez, einem Freund unseres Partners Thomas Pingen.

Thomas mit unserem Talhão Partner Anjel (rechts) in Ecuador.

Thomas, der uns, wie in Ecuador wieder begleiten und für uns dolmetschen wird, kennt sich hier in Mexico sehr gut aus und bezeichnet es als seine zweite Heimat. Er ist schon seit 2 Monaten hier im Land unterwegs und hat schon die ausgewählten Kooperativen sondiert und z.T. schon Kaffeemuster von dort besorgt. Mit ihm haben wir grob eine Rundreise in seinem alten, umgebauten VW Käfer geplant.

Heute treffen wir Thomas in Oaxaca. Um 10.30 fliegen wir vom Airport Mexico City die kurze Strecke nach Oaxaca de Juarez.

Oaxaca Airport Meeting Point

Thomas holt uns vom Flughafen ab. Jetzt heißt es erst mal aklimatisierten , Pläne schmieden und diese schöne Stadt und das erste lokale Essen entdecken.

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